Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Dezember 2002, gui
Der Frankfurter Dirigent Joachim Carlos Martini ist gestern mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff (SPD) verlieh dem Gründer und Leiter der Jungen Kantorei und des Barockorchesters Frankfurt die Auszeichnung im Limpurgsaal des Römer. Nordhoff würdigte Martini als einen „Ausnahmekünstler“, der ständig auf der Suche sei. So bringe er vor allem vergessene und unbekannte Werke zur Aufführung. Der Stadtrat erinnerte an die Konzertreihe „Auf der Suche nach dem verlorenen Klang“ und die Pfingstkonzerte mit der Jungen Kantorei im Kloster Eberbach. Darüber hinaus habe sich Martini besonders verdient gemacht durch die Gründung und den Aufbau des Archivs „Verfolgtes Musikleben in der NS-Zeit“. Martini leiste mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag dazu, „daß das Musikleben in dieser Stadt lebendig bleibt“, sagte der frühere Hessische Kultusminister Hartmut Holzapfel (SPD) als Vorsitzender des Fördervereins der Jungen Kantorei. Martini wurde 1931 als Kind deutscher Eltern in Chile geboren. In Frankfurt absolvierte er umfangreiche, nicht nur musikalische Studien unter anderem bei Adorno.