Chor

Die Geschichte der Jungen Kantorei beginnt im Jahr 1961: Joachim Carlos Martini, der den Chor bis 2013 leitete, erhielt den Auftrag, im Rahmen der Schülerarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau einen Jugendchor zu gründen. Die »Hessische Schülerkantorei« machte sich in vielen Konzerten im In- und Ausland schnell einen Namen. Im Jahr 1968 vereinigte sich die »Hessische Schülerkantorei« mit dem damaligen Studentenchor der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität – dem »Frankfurter Motettenchor« – und der »Dornbusch-Kantorei« zur Jungen Kantorei. Sie wurde mit zahlreichen Aufführungen barocker, klassischer, romantischer und zeitgenössischer A-cappella-Werke und Oratorien bald zu einem Vokalensemble von internationalem Ansehen. 1986 gründete Martini gemeinsam mit befreundeten Musikern das Barockorchester Frankfurt und stellte damit der Jungen Kantorei ein ihrer Programmatik adäquates Ensemble zur Seite, mit dem der Chor über 25 Jahre lang gemeinsam konzertierte. Das Barockorchester Frankfurt mit Judith Freise als Konzertmeisterin und Rien Voskuilen als Continuisten konnte für seine Projekte vorzügliche Musikerinnen und Musiker aus ganz Europa gewinnen und sich schnell einen festen Platz innerhalb der musikalischen Welt erobern.

Joachim Carlos Martini hat den Chor, der zuletzt in vier Teilchören (Bonn, Frankfurt, Heidelberg und Marburg) probte und gemeinsam konzertierte, über 50 Jahre lang geleitet und mit seinem Musikverständnis, aber auch seiner Auffassung des sozialen Miteinanders maßgeblich geprägt. Mit den Pfingstkonzerten 2013 hat er im Alter von 82 Jahren sein Amt als Chorleiter niedergelegt. Am 29.11.2015 ist Joachim Martini in Frankfurt verstorben.

Ehrenplakette der Stadt Frankfurt für Joachim C. Martini
Am 1. September 2015, knapp drei Monate vor Joachim Martinis Tod, verlieh der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, ihm die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt.
„Mit dieser Auszeichnung ehrt die Stadt Frankfurt am Main einen renommierten Musiker, der sich in herausragender Weise um die Musikkultur unserer Stadt verdient gemacht hat. Dank seines umfangreichen jahrzehntelangen Wirkens hat Joachim Carlos Martini die Kulturlandschaft in unserer Stadt und weit über die Stadtgrenzen hinaus in vorbildlicher Weise geprägt”, sagte Feldmann. Die Dankesrede hielt im Namen Joachim Martinis der langjährige Vorstandsvorsitzende Dr. Armin Krauter, jetzt Vorsitzender des Freundeskreises Junge Kantorei  >> Rede zur Verleihung der Ehrenplakette (PDF).

 

Mit dem Ausscheiden Joachim C. Martinis ging für die Junge Kantorei eine äußerst produktive Ära zu Ende, die sehr stark an seine Person, sein Musikverständnis, seine Art, dies zu vermitteln und seine Auffassung vom gemeinsamen Musizieren gebunden ist. Gemeinsam mit ihrem neuen musikalischen Leiter Jonathan Hofmann arbeitet die Junge Kantorei in dieser Tradition weiter. Sie ist nach wie vor für alle Menschen offen, die Freude am Chorsingen haben und bereit sind, sich der intensiven Probenarbeit zu stellen. Ein Vorsingen oder eine Aufnahmeprüfung gibt es nicht. Wir setzen aber die Bereitschaft voraus, Zeit und Energie in die detaillierte Erarbeitung und Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Chorwerk zu investieren.

Geprobt wird im kleinen Kreis. Die Arbeit des Chors ist betont kammermusikalisch angelegt. Die intensive Auseinandersetzung mit den Problemen der Stimmbildung und der Intonation hilft, eine eigene Gesangskultur zu entfalten und eine einheitliche Artikulation in jeder Stimmgruppe zu entwickeln – stets abhängig vom Charakter des jeweiligen musikalischen Textes.